Power to the people | Leistung
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Leistung

Leistung ist der Maßstab, an dem der Erfolg von Unternehmen gemessen wird. Wie diese Leistung erreicht werden kann, darüber gibt es verschiedene Ansichten.

 

Theory X und Theory Y nach Douglas McGregor

Dieses Konzept geht einerseits davon aus, dass Menschen von Grund auf faul sind und zur Arbeit gezwungen werden müssen (Theory X). Daraus ergeben sich dann Führungsansätze wie „Order and Controll“, individuelle Zielvereinbarungen oder „Nur was gemessen werden kann, kann auch gemanagt werden!“.

 

Dem gegenüber steht die Überzeugung, dass Menschen von Grund auf neugierig sind, intrinsisch motiviert und ein Interesse an persönlicher Entfaltung, Wirksamkeit und Entwicklung haben (Theory Y). Diese Menschen möchten sich in selbstorganisierten Teams selbst führen oder jeweils durch Mitarbeiter mit der höchsten situativen Führungskompetenz geführt werden.

 

Effektivität und Effizienz

Eine weitere Ansicht unterscheidet zwischen den Begriffen Effizienz und Effektivität. Effizienz steht für „Etwas richtig machen“, während Effektivität für „das Richtige machen“ steht. Unternehmen, die dem verstärkten globalen Wettbewerb ausgesetzt sind, neigen dazu, die Effizienz in den Vordergrund ihres Handelns zu stellen. Die Fokussierung auf Effizienz ist deswegen so attraktiv, weil Effizienzsteigerungen leicht messbar und über die Reduzierung der Kosten schnell wirksam sind.

 

Eine Fokussierung auf die Effektivität ist hingegen zeitlich aufwendiger und wirkt nicht so unmittelbar. Um die Effektivität zu verbessern, braucht es eine permanente Reflexion darüber, wofür das Unternehmen steht und wo das Unternehmen hin will. Dieses Vorgehen verspricht eine verbesserte Innovationskultur, verbesserte Identifikation und Loyalität der Mitarbeiter sowie eine größere Kundenzufriedenheit aufgrund attraktiverer Leistungsmerkmal. Um eine Steigerungen in der Effektivität zu erreichen, braucht es aber Vertrauen der Unternehmensführung in ihre Mitarbeiter, denn die Messbarkeit von Effektivität ist nur indirekt (über die Kunden- oder Mitarbeiterzufriedenheit) möglich und ein schneller Erfolg ist auch nicht garantiert.

 

Kurzfristige versus langfristige Perspektive

Eine dritte Herangehensweise unterscheidet in unterschiedliche Zeithorizonte. Während vor allem börsennotierte Unternehmen sich auf ihre Quartalsberichterstattung konzentrieren und den sich daraus ergebenden Börsenkurs, verfolgen mittelständische, familiengeführte Unternehmen vor allem langfristige Unternehmensziele, die die nächste Generation mit einschließen. Da wir uns gegenwärtig in einer sich schnell wandelnden Welt befinden, lässt dies den Schluss zu, dass die kurzfristige Fokussierung im Vorteil ist. Und doch kommen wissenschaftliche Untersuchungen immer wieder zu dem Ergebnis, dass eine langfristige und nachhaltige Perspektive in der Unternehmensführung wirtschaftlich erfolgreicher ist (siehe Inspiring stewardship, Didier Cossin / Ong Boon Hwee, 2016).

 

Zusammengefasst

Fasst man die in den jeweiligen Ansichten vertretenen Perspektiven zusammen, dann ergeben sich zwei sich diametral gegenüber stehenden Ansätze zur Unternehmensführung. Auf der einen Seite steht der Ansatz, nach dem Menschen vor allem so zu funktionieren haben, dass die Effizienz der Prozessabläufe nicht gefährdet wird. Dazu müssen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen immer wieder neu zur Höchstleistung angetrieben und durch Key Perfomance Indicators (KPIs) kontrolliert werden.

 

Auf der anderen Seite steht der Ansatz, nach dem jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin ein persönliches Interesse an der erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens hat und sie sich neben ihrer Routinearbeit immer auch wieder Zeit nehmen, um den Kundennutzen zu verbessern. Dabei kommt es nicht in erster Linie auf die jährliche Erreichung von Umsatz- und Gewinnvorgabe an, sondern auf die permanent beste Befriedigung der Kundenbedürfnisse. Dabei wird darauf vertraut, dass zufriedene Kunden automatisch zu steigenden Umsätzen und Gewinnen führen und ein Fokus auf kurzfristige Kennzahlen daher nicht notwendig ist.

 

Fazit

Wir leben in einer sich schnell wandelnden Umwelt, die von der Marktmacht durch den Kunden geprägt ist und in der die zentrale Aufgabe der Unternehmen nicht einfach nur in der Bereitstellung von Leistungen, sondern in der Befriedigung von Kundennutzen besteht. In dieser Welt kann es sich ein Unternehmen gar nicht leisten, alleine auf kurzfristige Effizienzsteigerungen zu fokussieren sondern muss immer wieder in Zeit und Ressourcen investieren, um seine eigene Organisation, seine Produkte und seinen Markt zu entwickeln. Hierzu braucht es ein klares Bewusstsein darüber, welchen Nutzen das Unternehmen im Markt stiften will, welche Vision es verfolgt und wie es jeden und jede am Wertschöpfungsprozess Beteiligte(n) dazu einen Beitrag leisten kann, der seiner oder ihrer Kompetenz am Besten entspricht.

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