Power to the people | digitale Revolution 4.0
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digitale Revolution 4.0

Die Welt verändert sich und niemand regt sich auf.

Im Rückblick erscheinen uns Veränderungen selbstverständlich und einer Logik folgend. So wurden zum Beispiel in Europa die ersten Verkehrsampeln in den 1920er Jahren aufgestellt. Anfänglich noch in Einzelfertigung, dann in Serienfertigung hergestellt, ersetzten sie zunehemend die verkehrsregelnden Schutzleute. Diese Entwicklung folgte dem Anstieg des Verkehrsaufkommens. Die Ampel entwickelte sich mit der Zeit zur Massenware. Heute haben die Anbieter für Lichtsignalanlagen die Aufgabe, den Verkehrsfluss über ganze Stadtgebiete zu steuern und deren Wartung sicher zu stellen. Es regt sich niemand auf, dass die ehemaligen Schutzleute eines Teils ihrer Aufgaben enthoben wurden oder dass die Fertigung von Lichtsignalanlagen in automatisierten Fertigungsprozessen nur noch durch einen Bruchteil der früher benötigten Arbeiter erfolgt.

 

Die Welt verändert sich und niemand regt sich auf.

Es ist noch nicht einmal 20 Jahre her, da wurde in Deutschland jeder als Snob bezeichnet, der mit einem Laptop oder Handy in der Straßenbahn gesichtet wurde. Facebook, die zur Zeit weltweit größte Kommunikationsplattform auf der Welt, hat sein 10 jähriges Bestehen gerade erst vor einem Jahr gefeiert und das erste Smartphone wurde zum ersten Mal 2007 in den Markt eingeführt. Diese Veränderungen waren frapierend, schnell und veränderten grundlegend unser Leben. Wir nehmen diese Veränderungen selbstverständlich hin und nutzen ihre Möglichkeiten. Es gibt zwar ein paar „Zurückgebliebene“, jene, die sich standhaft einem Facebook-Account verweigern oder immer noch auf ihrem Nokia 7020 rumtippen. Aber im großen und ganzen sind wir angekommen in der Gegenwart.

 

Die Welt verändert sich und niemand regt sich auf?

Im Blick nach Vorne kann es einem schon mal die Sprache verschlagen, wenn wir uns damit auseinandersetzen, was uns die neuen IT-Technologien versprechen. Das Internet der Dinge und selbstlernde Algorithmen kommen zunächst einmal abstrakt daher, werden aber einen erheblichen Einfluss auf unser Leben bekommen. Selbstlerndene Algorithmen werden Routineaufgaben verdrängen. Sich wiederholende Tätigkeiten, die wenig geistige Eigenleistung und Flexibilität verlangen, werden durch Softwareprogramme ersetzt. Sachbearbeiter, Finanzbeamte, Lehrer, Rechtsanwälte und Steuerberater, selbst Mediziner können sich heute nicht mehr sicher sein, in zehn, zwanzig Jahren ihren Job noch (vollzeit) ausführen zu können. Übersetzter benötigen ein vollkommen neues Betätigungsfeld, wenn sich Übersetzungssprachprogramme in Echtzeit etablieren. Mit selbstfahrenden Autos braucht es keine Taxi- und LKW-Fahrer mehr. RFID-Chips auf Produkten machen Kassierer an den Kassen oder Mitarbeiter in Logistikcentern überflüssig. Es gibt Untersuchungen, die behaupten, dass in den nächsten 20 Jahren 40-50% der Menschen in einer anderen Tätigkeit stehen werden als heute.

 

Das ist ein beeindruckender Veränderungsprozess, der vor allem eines braucht, eine Diskussion darüber, wie wir diese Umwälzungen gesellschaftlich meistern wollen. Welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen unterstützen Flexibilität, Integration und Innovationsfreude? Welche (halb-) staatlichen Institutionen und Gesetze unterstützen Veränderungen, welche unterminieren sie? Wie durchlässig ist das Bildungssystem für untere Schichten und wie gut integriert das System Migranten? Wieviel Patente melden die Einwohner an und wie attraktiv ist es, unternehmerisch tätig zu werden? In einer Umwelt mit hoher Komplexität und hoher Veränderungsdynamik können die Lösungen nicht zentral entwickelt und initiiert werden. Es braucht Führung durch Alle, kollektiv Leadership und damit die Übernahme von Verantwortung durch jeden von uns, für sich selbst und die Gesellschaft!

 

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