Power to the people | Sharing Economy
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Sharing Economy

„Sharing Economy ist die Zukunft!“ Das sagt Jeremy Rifkin und Jeremy Rifkin ist ein amerikanischer Autor, der sich Gedanken um die Zukunft macht („Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft“, 2014).  Er sagt, wir stehen direkt am Anfang einer Revolution, wenn wir uns nicht schon direkt in ihr befindet. Die Zukunft beschreibt Jeremy wie eine Zauberwelt: die Grenzkosten (dh. die Kosten für jede weitere produzierte Einheit) für Kommunikation, Information, Mobilität und Energie werden in der Zukunft nahezu Null sein. Jeder und Jede können mit sehr geringem Aufwand zum Produzenten von Gütern oder zu Anbietern für Dienstleistungen werden und so, geltlich oder unentgeltlich, ihre Leistungen teilen. Und unsere kapitalistische Produzentenwelt, wie wir sie heute kennen, wird an den Rand gedrängt.

 

Wie kommt er zu diesen Vorstellungen? Jeremy geht davon aus, dass eine Revolution generell von drei Faktoren bestimmt wird. Aus seiner Sicht braucht es einen signifikanten Technologiesprung in den Bereichen Kommunikation/Information, Energie und Mobilität. Dies hat er sowohl in der ersten Revolution im 19. Jahrhundert mit der Einführung des Telegrafen, der Energie aus Steinkohle und der Eisenbahn beobachtet. In der zweiten Revolution entstanden das Telefon, Radio und Fernsehen, Energie aus Rohöl und der Individualverkehr mit Verbrennungsmotoren. Aus seiner Sicht besteht heute nun die Revolution in der Erfindung des Internets und des digitalen Datenaustauschs, der erneuerbaren Energien und in einer automatisierten Logistik und autonom fahrenden Fahrzeugen. Dies stellt die Basis für ein Internet der Dinge, in dem alle Gegenstände durch Sensoren miteinander verbunden sind und durch das Jeder und Jede am Leistungsaustausch teilhaben kann, ohne besondere Marktzugangsschwellen überwinden zu müssen.

 

Dies zeigt sich schon heute. Jeder/Jede hat die Möglichkeit, sein Fahrzeug für eine Mitfahrgelegenheit anzubieten oder sein Gästezimmer zu vermieten. Auf Youtube werden Videos und Musik geteilt. 3-D-Druker bieten die Möglichkeit, jedes Produkt an jedem beliebigen Ort auszudrucken, wenn seine Bauteile in digitaler Form zur Verfügung stehen (selbst Lebensmittel wurden schon ausgedruckt). Jeder/Jede kann zum Produzenten für erneuerbare Energien werden und diese entweder selber nutzen oder über das Netz anderen zur Verfügung stellen. In der Softwareindustrie haben sich die Standards der opensource Codes durchgesetzt und weltweit tätige Großkonzerne in die Defensive gebracht.

 

Diese aktuellen technischen Möglichkeiten werden sich in der Zukunft noch viel konsequenter auswirken. Anbieter wie Airbnb oder Uber wird es in der Zukunft nicht mehr brauchen, weil die Menschen ihre eigenen regionalen Plattformen entwickeln und nutzen. Das Frauenhofer Institut hat ein Modell entwickelt, über das Elektroautos mittels Induktionsspulen in der Fahrbahn permanent Energie aufnehmen, wenn sie anfahren und wieder abgeben, wenn sie bremsen. Und in der Logistik werden Güter autonom von Menschen von A nach B transportiert und die Zwischenlager und Transportfahrzeuge von allen Konkurrenten gemeinsam genutzt, um deren Auslastung optimal zu gestalten.

 

Jeremy Rifkin sieht im Ergebnis eine gerechtere Welt, in der alle die Möglichkeit haben, ihr Glück zu machen, ohne Sorge, nicht ihre Miete oder ihr Essen bezahlen zu können. Er zitiert dazu ein Essay von John Maynard Keynes, dem großen Ökonom des 20. Jahrhunderts und Nobelpreisträgers. In dem beschreibt Keynes, wie Menschen in einer Welt leben, in der ihnen die Maschinen die Arbeit abnehmen und sie sich nur noch für die soziale Gemeinschaft engagieren, um höheren Zielen zu dienen. Dies ist eine schöne Vorstellung von der Zukunft, der ich mich sehr gerne anschließe, auch wenn ich mich, meiner deutschen Seele geschuldet, zu sehr als Realist empfinde, um uneingeschränkt daran zu glauben.

 

Hierzu ein Interview der Zeit mit Jeremy Rifkin hier. Und ein weiterer Beitrag über die derzeitige Beliebtheit der Sharing Economy in Deutschland hier.

 

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